Delegiertenversammlung am 16. Juni 2026
Delegiertenversammlung der IG Metall Ostoberfranken fordert Verbesserungen im Sozialstaat
Reformen ja – aber ohne Kahlschlag!
Ulrike Harton
Der Sozialstaat ist kein Luxus, sondern das Fundament unserer Demokratie und die beste Idee, die wir je hatten. Auf ihrer Versammlung am 16. Juni 2026 in Bayreuth, diskutierten die Delegierten der IG Metall Ostoberfranken mit Stefanie Janczik, Bereichsleiterin des Fachbereichs Sozialpolitik beim Vorstand der IG Metall, die angekündigten Reformen des Gesundheits-, Pflege- und Rentensystems.
Der Sozialstaat steht unter Beschuss. Arbeitgeber und Teile der Politik fordern Kürzungen bei Rente, Gesundheit und Pflege. Sie behaupten, der Sozialstaat sei „aufgebläht“ und „nicht mehr finanzierbar“. Das ist falsch und gefährlich. Die wahren Leistungsträgerinnen und Leistungsträger in unserer Gesellschaft sind die Beschäftigten. Stefanie Janczyk machte in ihrem Vortrag klar, dass unsere Gesellschaft von den Menschen lebt, die Tag für Tag ihre Arbeit machen, Verantwortung übernehmen und Steuern zahlen. Ihre Beiträge in die Sozialversicherungen sind keine Almosen – sie sind mit einem klaren Leistungsanspruch verbunden.
„Im Konflikt um den Sozialstaat geht es um Verteilungsfragen. Wir müssen die vorhandenen Vermögen in diesem Land an der Finanzierung beteiligen.“
„Reformen“ klingen harmlos, bedeuten in der Praxis aber oft, dass Leistungen gekürzt, Eigenanteile erhöht und die Menschen zur privaten Vorsorge aufgefordert werden. Damit tragen alle, die keine Spitzenverdiener*innen sind, ein höheres Risiko.
Für die IG Metall Ostoberfranken ist klar: Gerade in Zeiten zunehmender sozialer Spaltung gilt es, Angriffen auf den Sozialstaat gemeinsam entgegenzutreten. Gute Gesundheitsversorgung, starke soziale Sicherungssysteme, eine gute Rente und eine solidarische Finanzierung sind zentrale Bestandteile eines handlungsfähigen und gerechten Gemeinwesens. Wir brauchen Reformen, aber an den richtigen Stellen. Statt Leistungen zu kürzen, muss der Sozialstaat besser werden: Einfacherer Zugang, schnellere Hilfe, bessere Beratung. Die wahren Probleme liegen nicht bei den Leistungsempfänger*innen, sondern bei fehlenden Investitionen und ungerechter Besteuerung.
„Wir wollen den Sozialstaat verbessern, statt ihn abzubauen, damit Solidarität im Alltag spürbar bleibt.“
Zum Ausbau unseres Sozialstaats braucht es echte Strukturreformen: Eine solidarische Bürgerversicherung, die das Zwei-Klassen-System überwindet und eine gerechte Finanzierung sicherstellt.
Um in den anstehenden Reformdebatten mit klarer Haltung Position zur Stärkung des Sozialsystems zu beziehen, ruft die IG Metall Ostoberfranken gemeinsam mit den DGB Gewerkschaften und anderen Bündnispartnern in Oberfranken zur Demonstration „Gemeinsam gegen den Sozialabbau“ am Sonntag, den 28. Juni ab 13:30 Uhr am Bahnhof in Bamberg auf.
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